VoIP-Anbieter (Provider)

Der Begriff VoIP-Anbieter bzw. IP-Telefonieanbieter ist etwas irreführend, denn um über das Internet zu telefonieren benötigt man keinen besonderen Anbieter. Es genügt ein normaler Internetanschluss. Ein VoIP-Anbieter wird nur dann benötigt, wenn nur einer der beiden Gesprächspartner über das Internet telefoniert, der andere aber ein herkömmliches Telefon benutzt, das an das herkömmliche Telefonnetz angeschlossen ist. Der VoIP-Anbieter fungiert hierbei als "Brücke" zwischen Internet und herkömmlichem Telefonnetz. In den meisten Fällen bekommt der VoIP-Nutzer vom VoIP-Anbieter auch eine Festnetznummer, damit das VoIP-Endgerät auch aus dem herkömmlichen Telefonnetz erreichbar ist.

Bei einem Anruf aus dem herkömmlichen Telefonnetz leitet der VoIP-Anbieter (bzw. dessen Gateway) die Sprachdaten an das VoIP-Endgerät weiter. Bei Anrufen aus dem Internet hilft der VoIP-Provider lediglich beim Verbindungsaufbau. Dabei übermittelt der Server des VoIP-Anbieters an die Endgeräte die IP-Adresse der jeweils anderen Seite. Danach ist er funktionslos, denn die Endgeräte schicken sich die Sprachdaten direkt (und damit am VoIP-Anbieter vorbei) über das Internet gegenseitig zu.

Sobald die VoIP-Endgeräte die IP-Adresse der Gegenstelle kennen, kann das IP-Telefonat beginnen. Manche VoIP-Anbieter übermitteln jedoch nur dann dem Endgerät die IP-Adresse der Gegenstelle, wenn sich beide Gesprächspartner bei ihm (oder einem seiner Partner) registriert haben. Mit dem Begriff "VoIP-Netz" bzw. "VoIP-Partner-Netz" versuchen diese VoIP-Anbieter zu suggerieren, es gäbe ein zum Internet paralleles VoIP-Netz, und daher wäre aus technischen oder auch aus Kostengründen die kostenlose IP-Telefonie auf einen bestimmten Nutzerkreis beschränkt. Zu den VoIP-Anbietern, die auf diese Weise die kostenlose VoIP-Telefonie künstlich beschränken, gehören u.a. 1&1, AOL, Freenet, GMX, WEB.de und auch T-Online (s. Erreichbarkeit des SIP-Servers von aussen)